Die CHRISTOPHINE KUNSTSCHULE ist Teil der vhs „Eduard Weitsch“ des Landkreises Schmalkalden-Meiningen. Sie wurde 1993 als „Kunst- & Kreativschule“ gegründet. Im 20. Jahr ihres Bestehens gaben wir unserer Einrichtung einen neuen Namen, um an Christophine Reinwald, geborene Schiller, zu erinnern. Christophine Reinwald (1757–1847), die „Lieblingsschwester“ Friedrich Schillers, heiratete 1785 den Meininger Hofbibliothekar W.F.H. Reinwald. Sie war eine begabte künstlerische Autodidaktin und erteilte in Meiningen vor allem jungen Damen Zeichenunterricht, zuletzt ohne sich dafür entlohnen zu lassen. Ihr Leben prägten berühmte Männer, doch wir wollen an Christophines eigene (künstlerische) Leistung erinnern.
Als Mitglied der Landesarbeitsgemeinschaft Jugendkunstschulen Thüringen e.V. finden in unserer Kunstschule vornehmlich Kinder und Jugendliche, aber auch Erwachsene eine künstlerische Heimat. Außergewöhnliche kreative Fähigkeiten und darstellerische Talente können entfaltet und weiterentwickelt werden. Erfahrene professionelle KünstlerInnen und KunstpädagogInnen begleiten diesen Prozess und schaffen so den schöpferischen Rahmen für kreatives Querdenken und grenzüberschreitende Herausforderungen.
Unser Kursangebot ist vielfältig und umfasst für (fast) alle Altersgruppen verschiedene Mal- und Zeichentechniken, keramisches Gestalten, Fotografiekurse, Theaterworkshops, Kunst- und Kulturgeschichte, Textilkunst und Modegestaltung sowie vieles mehr. Thematische Werkstätten und Ferienangebote in Form von Projekttagen und -wochen runden unser Profil ab. Großen Wert legen wir zudem auf eine regelmäßige projektbezogene Zusammenarbeit mit anderen Kulturschaffenden aus Meiningen und der Region.
Das Kinder- und Jugendtheater TOHUWABOHU ist in Meiningen eine feste Größe und wird von der Schauspielerin Carla Witte geleitet. TOHUWABOHU steht insbesondere für professionelle Theaterarbeit von Kindern und Jugendlichen für Kinder und Jugendliche (aber auch für alle älteren Generationen).
Kontinuität und hoher künstlerischer Anspruch sind die Ziele; mehrjähriger Schauspiel-Unterricht (in Form von Kursen an der CHRISTOPHINE KUNSTSCHULE) und die Anwendung der dabei erworbenen künstlerischen Fähigkeiten in beachtenswerten Theaterprojekten sind der Weg der theaterpädagogischen Bemühungen von Elke Büchner, der langjährigen künstlerischen Leiterin von Tohuwabohu.
Es gibt Spielgruppen für AnfängerInnen und Fortgeschrittene, Schauspielunterricht, Szenenstudium, Inszenierungsarbeit, Eigenproduktionen, Probenlager in den Ferien, Workshops sowie theaterpädagogische Fortbildungsangebote, Beratung für SpielleiterInnen und Gruppen.
Somit setzt die CHRISTOPHINE KUNSTSCHULE auch Impulse und Akzente für den kulturellen Zugewinn in der Kunst- und Kulturstadt Meiningen, in der Südthüringer Region und auf überregionaler Ebene (z.B. Gastauftritte).

Projekte der Christophine Kunstschule (eine Auswahl)
Abenteuer Farbe - Der Meininger Maler Hans Hattop
Hans Hattop war ein bekannter Meininger Maler, der in mehreren Techniken sehr erfolgreich gearbeitet hat. Die Meininger Museen widmeten ihm bis Ende April 2025 eine sehenswerte Sonderausstellung.
Ergänzend zu dieser entwickelte die Christophine Kunstschule ein Workshopangebot, das Kindern ab 10 Jahren das Leben und Wirken Hattops auf kreative Weise näher brachte. In der Ausstellung waren zum Beispiel energievolle schwarz-weiß Drucke zu sehen, aber auch große farbenfrohe Bilder. Da Hattop oft auf Reisen malte und zeichnete, er aber, neben seiner Umgebung, auch immer wieder gerne seine Heimat - Meiningen - bildnerisch festhielt, wagten auch wir den Versuch, uns unserer Heimat künstlerisch anzunähern.
Ein gemeinsames Projekt der Christophine Kunstschule und der Meininger Museen.
Video-Projekt "Friedrich Nerly"
Vom 17. November 2024 bis 23. Februar 2025 zeigte das Angermuseum Erfurt die vielbeachtete Ausstellung „Von Erfurt in die Welt – der Reisekünstler Friedrich Nerly“.
Kein anderer deutscher Maler verwandelte das Venedig-Bild derart nachhaltig wie der aus Erfurt stammende Landschaftsmaler und Wahlvenezianer Friedrich Nerly (1807–1878), dessen Atelier über Jahrzehnte zur ersten Anlaufstelle für die aus aller Welt eintreffenden Venedig-Enthusiasten wurde. Kaum jemand weiß, dass Nerlys Bilderfindungen noch heute unsere Wahrnehmung dieser außergewöhnlichen Stadt prägen.
Die Christophine Kunstschule war, in Kooperation mit der LAG Jugendkunstschulen Thüringen e.V., am Vermittlungskonzept für diese sehenswerte Ausstellung beteiligt:
In zwei liebevoll inszenierten Kurzfilmen, die vor historischer Kulisse im Theatermuseum Meiningen gedreht wurden, stellten Jugendliche des Kinder- und Jugendtheaters “Tohuwabohu” die Highlights der Ausstellung vor und luden gleichzeitig ein, sich selbst im „Urban Sketching“ auszuprobieren - eine Inspiration für alle, die sich auf die Reise zu Friedrich Nerly machen wollten.
BILD trifft SPRACHE
Von April bis September 2024 kooperierte die Christophine Kunstschule mit dem Fachbereich “Sprachen und Verständigung” der vhs Schmalkalden-Meiningen und der JVA Untermaßfeld.
In Absprache mit dem Team der Justizvollzugsanstalt, wurde ein Kurskonzept entwickelt, das inhaftierten, kunstinteressierten jungen Männern die freiwillige Teilnahme an einem wöchentlich stattfindenden Kreativangebot ermöglichte.
Das Projekt “Bild trifft Sprache” beinhaltete sowohl die Erkundung künstlerischer Möglichkeiten (Zeichnen, Malen, Collage), als auch die Entwicklung von persönlichen Geschichten (Verfassen von Texten und Textfragmenten). Die sich in Kombination von Bild und Text eröffnenden bildnerischen „Inszenierungen“, halfen den Gefangenen dabei sich selbst zur Sprache zu bringen.
Die Teilnehmer führten Bildtagebücher, erfanden und illustrieren eine „grafische Novelle“ und ließen ihre Bilder sprechen. Währenddessen gingen sie Fragen biografischer, gesellschaftlicher und zwischenmenschlicher Zusammenhänge nach.