Kreativ, unüblich, manchmal waghalsig - mit derartigen Mitteln rettete Raoul Wallenberg 1944/45 als schwedischer Diplomat in Budapest mehrere 10.000 Jüdinnen und Juden vor dem Holocaust. Die Rote Armee verschleppte ihn bei ihrem Einmarsch in der ungarischen Hauptstadt nach Moskau, schon wenig später verliert sich seine Spur. Trotz internationaler Bemühungen um Aufklärung liegt sein Schicksal noch immer im Dunkeln. Weltweit sind Straßen, Plätze und Einrichtungen nach Raoul Wallenberg benannt. Er wurde vielfach geehrt und in Yad Vashem als „Gerechter unter den Völkern“ ausgezeichnet. In Deutschland ist der schwedische Retter bis heute nur Wenigen ein Begriff.
Das Live-Feature bringt ihn dem Publikum näher; in einer ungewöhnlichen Komposition aus Vortrag, Lesung, Musik sowie Original-Tönen von Zeitzeug/innen.
Samstag, 24. Oktober, 19.00 - 22.00 Uhr, Strupp'sche Villa Meiningen
Idee und Konzeption stammen von Anna Gann, die über 15 Jahre als Autorin für ARD-Hörfunksender tätig war. Der Schauspieler Enno Hesse liest Texte des bekannten ungarischen Schriftstellers Ernö Szép, der durch einen sogenannten schwedischen „Schutzpass“ den Holocaust überlebte. Christoph Gann, Autor einer Ausstellung und Raoul Wallenbergs Biograph („So viele Menschen retten wie möglich“, erschienen bei C.H. Beck und dtv) berichtet über dessen Wirken in der ungarischen Hauptstadt und die ungelösten Frage zu seinem Verbleib. Anna Gann (Sopran) und Bettina Linck (Harfe) musizieren Werke verfolgter ungarischer Komponisten und mit Hilfe von Einspielungen aus Interviews malen die Halbschwester Wallenbergs sowie Mitarbeiter der schwedischen Gesandtschaft ein eindrückliches Hör-Bild des jungen unkonventionellen Diplomaten und der damaligen Ereignisse.